Standpunkt: Corona und der Unternehmenswert

Der Wert eines Unternehmens bestimmt sich grundsätzlich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und orientiert sich an Kennzahlen wie beispielsweise EBIT oder EBITDA. Die aktuelle Corona-Krise und die weitreichenden Reaktionen darauf werden aller Wahrscheinlichkeit nach eine Vielzahl von Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen in eine Situation zurückgehender Erträge bringen. Dies kann sogar existenzgefährdende Ausmaße annehmen, zumal zum heutigen Zeitpunkt niemand weiß, wie lange die das öffentliche Leben und damit die Wirtschaft einschränkenden Maßnahmen notwendig sein werden.

Es ist also davon auszugehen, dass je nach Branche und Dauer der Maßnahmen rein rechnerisch der Wert der einzelnen Unternehmen aufgrund zurückgehender Gewinne ebenfalls zurückgehen wird. Was bedeutet die Corona-Krise für den Unternehmenswert und damit für die Veräußerung des Unternehmens?

Letztendlich wird die Intensität dieser Wirkungen von der Dauer der verminderten Leistungsfähigkeit des einzelnen Unternehmens abhängen. Sollten die externen und von Unternehmensseite nicht beeinflussbaren negativen Wirkungen eher kurzfristiger Natur sein, so müssen sie unserer Überzeugung nach bei der Unternehmenswertermittlung herausgerechnet werden. Diese Vorgehensweise unterstellt also, dass das Unternehmen schnell wieder seine alte Leistungsfähigkeit erlangt.

Gänzlich anders verhält es sich, wenn die ökonomischen Wirkungen der Corona-Krise länger andauern und die Wirtschaft vielleicht sogar in eine Rezession gerät. Dies hätte zur Folge, dass die verschlechterte Ergebnissituation länger anhalten dürfte und der Unternehmenswert entsprechend sinkt. Hier ist auch zu berücksichtigen, dass ein potentieller Käufer den Kaufpreis innerhalb eines angemessenen Zeitraums aus zukünftigen Erträgen refinanzieren will bzw. muss. Schon allein aufgrund dieser Überlegung ergibt sich die Wirkung auf den Unternehmenswert.

Es stellt sich schließlich die Frage, ob man seine aktuellen Veräußerungspläne verfolgen oder besser warten soll. Angesichts der vielen Unsicherheiten, mit denen Prognosen im Allgemeinen und in der aktuellen Situation im Besonderen behaftet sind, kann man kaum eine eindeutige Antwort geben. Klar ist, dass ein Abwarten mit zusätzlichen Unwägbarkeiten einhergeht, da die Unsicherheiten mit zunehmenden Planungshorizont nun einmal steigen.

Letztendlich ist aber auch diese Entscheidung von den individuellen Besonderheiten abhängig, sowohl unternehmerischer wie auch persönlicher Art. Rufen Sie uns gern unverbindlich an und diskutieren Sie mit uns Ihr Vorhaben und Ihre aktuelle Situation. Wir stehen Ihnen gern zur Verfügung.